Dienstag, 20. April 2010

Osterferien in Sydney

Und wieder einmal sitze ich auf einem Flughafen. Meine Osterferien sind vorbei und für mich geht es zurück von Sydney nach Auckland. Eigentlich müsste ich mich gerade schon auf die Uni vorbereiten, aber ich hab mir mal nen extra Tag genommen.
Auf Auckland freue ich mich im Moment nicht wirklich, dafür war es einfach zu schön in Sydney. Jens hier zurück zu lassen und zu wissen, dass wir uns jetzt die nächsten vier Monate nicht sehen werden, fällt am schwersten. Ich vermiss ihn jetzt schon.
Meine Ferien waren absolut klasse. Sydney ist eine super Stadt.

Was ich und auch mit Jens alles unternommen haben:
• Shopping in Chinatown:
Chinatown ist das Shopping Paradis. Nicht etwa weil es besonders viele und schöne Geschäfte gibt, sondern da es günstiger ist. Im Einkaufszentrum gibt es eine ganze Etage mit Outletstores. Da gibt es Kleider für 50$ die früher mal 250$ gekostet haben (ich glaube den Preisschildern, da meist noch ein Kleid dieser gehobenen Preisklasse hängt). Ich war sehr nahe daran mir ein Blackburry zu kaufen, es gab dort ein Model für 250$ (im Vergleich: andere kosten um die 800$), das einzige was mich abgehalten hat ist, das es ausverkauft war. Ich habe ja vorher nicht geklaubt, dass man in Australien preiswert einkaufen kann, da dort einfach alles teurer ist, aber es lassen sich schon ein paar Schnäppchen machen.

• ANZAC Memorial
• Barrack Museum
• Botanic Garden mit Tropical House
• Sydney Opera House mit Führung:
Die Australier sind mit Recht Stolz auf ihre Oper. Gesehen habe ich sie gleich am ersten Tag, auf dem Weg zu Jens Unterkunft. Dazu fährt man mit dem Zug über die Sydney Harbour Bridge Richtung North Sydney. Von der Brücke aus sieht man sie dann. Es ist ein majestetischer Anblick, wie sie da auf ihrer Halbinsel, dem Fährenhafen von Sydney vorgelagert steht. Das Dach glänzt unter Sonne, je nach Tageszeit, von weiß, über beisch bis hin zu golden. Sie ist das Wahrzeichen Sydneys, die Harbour Bridge steht nur an zweiter Stelle.
Da Jens das Osterwochenende frei hatte, besuchten wir die Oper gleich gemeinsam. Dazu geht es von der Circular Quay Station vorbei an den Fährenanlegestellen entlang die Promenade bis ans Ende, wo die Oper auf einer erhöhten Plattform trohnt. Wir haben uns das innere der Oper auf einem Rundgang zeigen und erläutern lassen.
Die Baugeschichte der Oper ist sehr spannend. Als der Bau der Oper in den 50er Jahren begann, wusste niemand wie die erdachte Form umgesetzt werden sollte. Statistiker haben noch monatelang Test durchgeführt, wie die Dachkonstruktion halten könnte. Der niederländische Architekt hatte eine Bauzeit von 3 Jahren eingeplant. Schlussendlich wurden allerdings 16 Jahre benötigt und eine wesentlich größere Summe. Aufgrund der Überziehung der Zeit wurde der Architekt nach einigen Jahren vom australischen Staat sogar entlassen und durch einen anderen ersetzt. Er verließ danach Australien und kehrte nie wieder zurück.
Die Dächer werden von hunderten Betonstreben gehalten, die sehr nah beieinander liegen. Was mich aber am meisten erstaunte, war was auf dem Dach ist. Von weitem dachte ich immer es handelt sich um eine angemalte Stahlverkleidung, aber denkste. Das Dach der Oper ist komplett mit handtellergroßen, sich selbst säuberten Fließen gedeckt!!!
In der Oper befinden sich 3 Bühnen, auf denen gleichzeitig Vorstellungen gegeben werden können. Der Konzertsaal ist einfach phenomenal. Das Orchester ist in der Mitte platziert und das Publikum drum herum in verschiedenen Terrassen angeordnet. Durch die besondere Deckenkonstruktion ist der Klang auf jedem Platz gleich gut. Daher gibt es auch keine Preisabstufungen. Im Drama Theater, in welchem wir uns später King Lear von Shakespeare anschauten gilt das gleiche. Jeder Platz bietet eine gute Sicht. Die Foyers sind mit dicken Teppichen in kräftigen Farben, wie blau oder violett ausgelegt. Die Wände sind teilweise mit Holz verkleidet, oft sieht man aber auch den bloßen Beton und kann so gut die Betonstreben betrachten.
Direkt unter der Oper befindet sich eine Promenade auf der sich einige Restaurants und Shops befinden. Einen Samstagabend sind wir dort mit Freunden etwas trinken gegangen. Dies ist der beste Platz Sydney bei Dunkelheit. Hinter einem erstreckt sich die leuchtende Skyline von Sydney City, über einem erstrahlt die Oper und einem gegenüber gelegen verbindet die Sydney Harbour Bridge die zwei Teile Sydneys. An diesem Abend lag auch noch zusätzlich auf der andere Seite des Hafens ein riesiges Kreuzfahrtschiff. Wir waren somit komplett von Lichtern umgeben.

• Police and Justice Museum
• The Rocks Explorer Museum
• bummel und shoppen in The Rocks:
The Rocks ist ein Stadtteil Sydneys überhalb der City am Wasser gelegen. Früher haben dort vor allem einfache Arbeiter gelebt. Mittlerweile ist er modernisiert worden. Nach einem besuch im Museum, welches die Geschichte dieses Teils von Sydney erklärte sind wir ein wenig herum gebummelt. In einer Einkaufshalle haben wir Leuten zugeschaut, wie sie Bonbons per Hand machten. Auf dem Kunstmarkt betrachtet wir Gemälde, Schmuck und noch viel anderes. Ich habe meinen ersten Maiskolben am Spieß gegessen, mit Butter und Salz, richtig lecker. In einer Gallery haben wir wunderschöne Landschaftsfotografien entdeckt. Die Galleristinn hat uns die Entstehung jedes einzelnen Fotos erklärt (dessen Preise bei 1000$ aufwärts lagen) und Jens wollte mir einen Fotoband schenken. Das Problem war allerdings, dass das Porto nach Deutschland mehr gekostet hätte als die Bücher selber. Geld ausgeben ist in Australien einfach zu einfach.

• shoppen im Victoria Building:
Das Victoria Building ist das größte Einkaufszentrum was ich je gesehen habe. Es erstreckt sich über mehrere Gebäude einige Straßenblocks entlang und ist vor allem mit etwas exklusiveren Geschäften ausgestattet. Als Jens mit mir einmal hindurch laufen wollte, haben wir uns heillos verlaufen. Nach einem zweiten Versuch, traute ich mich schon gar nicht mehr in das Gebäude hinein, da man nie weiß wo man wieder heraus kommt und wie lange man dafür braucht.

• Aquarium
• bummeln und shoppen in Darling Harbour
• Art Gallery
• in Shakespeare’s King Lear im Opera House
• Wildlife Park in Blacktown:
Eine Besonderheit Australien sind seine Tiere, welche man sonst nirgends wo anders auf der Welt finden kann. Um diese bestaunen zu können, wollte ich in einen ganz besonderen Tierpark, nur für australische Tiere. Jens war auch einmal wieder von der Partie.
Als erstes begegneten wir den Wallabys (wie klein geratene Kängurus). Hier sind sie übrigens frei herumgelaufen und man konnte sie mit ein wenig Taktik auch anfassen. Da hab ich mir ein paar Blätter geschnappt und Wallabys angelockt um sie zu streicheln. Man darf sich nur nicht gleich alles auf einmal aus der Hand reißen lassen, sonst verlieren sie ganz schnell wieder das Interesse.
Eines der Wallabys fand meine Kamera ganz spannend (Jens hatte sie sich heute geschnappt, um selbst der Gefahr zu entgehen fotografiert zu werden) und hat sie einfach mal abgeleckt. Weiter ging es zu den Koala Bären. In jedem Gehege standen einige Stämme von…äh… in denen mehrere Koalas hingen und vor sich hin dösten. Die meisten waren am schlafen (aber wie die in diesen Positionen schlafen konnten ist mir unbegreiflich). Einen Koalabär gab es auch zum anfassen, wie knuffig die sind. Natürlich gab es auch Kängurus, die kleineren sogar wieder zum streicheln. Besondere Aufmerksamkeit fand eine Känguru Mutti aus deren Beutel das Kleine den Kopf herausstreckte. Immer wenn Mutti sich gebückt hat, machte das Baby seinen Hals lang um an das Gras auf der Erde zu kommen.
Es gab auch noch jede Menge anderer Tiere zu sehen: Emu, Dingo, Tasmanische Teufel, Bergwallabys und richtig große Kängurus, ein Salzwasserkrokodil (richtig großer Kerl, der sich mit offenem Maul gesonnt hat), weiße Kängurus, Fledermäuse und Flughunde, und jede Menge bunter Vögel. Das schöne war, dass wir einige dieser Geschöpfe bereits in Natura gesehen haben. Im Botanischen Garten leben 2000 Flughunde, die tagsüber von den Bäumen hängen und Nachts um die Oper schwirren. Papageien, Kakadus und andere farbenfrohe Vögel findet man in jedem Park Sydneys.

• World Championship of Triathlon:
Diesem Sportereigniss haben wir nur durch Zufall beigewohnt. Wir waren auf dem Weg zum Manly Beach, aber da diese Idee an einem sonnigen Sonntag alle hatten, war die Fähre überfüllt und wir hatten etwas Zeit bis zur nächsten. So sind wir in Richtung Oper spaziert. Doch an diesem Tag waren dort ungewöhnlich viele Leute und Absperrungen. Wir haben eine Weile gebraucht um zu begreifen, was dort vor sich ging: Die Weltmeisterschaft der Frauen im Triathlon. Und wir waren auch noch gerade zur richtigen Zeit gekommen um den Endspurt und die Siegerehrung mit zu erleben. Die Leute haben gejubelt sobald eine Läuferin vorbei kam, besonders natürlich bei den australischen. Gewonnen hat allerdings eine Sportlerin aus Chile, dahinter eine Neuseeländerin und die Australierin wurde nur Dritte. Die Stimmung war total mitreißend. Es ist total aufregend die Ereignisse die man gerade selbst erlebt auf einer riesen Leinwand übertragen zu sehen und sogar vom Helikopter aus aufgenommen. So saßen wir auf den Stufen der Oper und haben uns selbst betrachtet.

• Manly Beach
• Museum of Contemporary Art:
So schnell habe ich noch nie eine Kunstaustellung wieder verlassen. Über Kunst lässt sich ja nicht streiten, aber diese Bilder dort, haben mir überhaupt nicht gefallen. Es gab Viele Großflächige Farbflächen, große und noch mehr kleine Punkte, Streifen und Zacken und einige Aborigini artige Kunst.

• Susann Place Museum
• Powerhouse Museum
• mit Monorail gefahren
• Hunters Valley Weintour mit Mini Golf:
An Jens freien Tag sind wir mit einer geführten Tour ins Hunter Valley gefahren. Hunter Valley ist neben den Blue Mountain die Attraktion im Großraum Sydney. Es handel sich um das berühmte und landschaftlich schöne Weinanbaugebiet Sydneys. Daher waren wir auch auf einer Weintour.
Aber erst einmal mussten wir auf den Bus warten. Ich habe Jens noch nie so hippelig gesehen. Die ganze Zeit hat er die Straßen auf und ab geschaut und jedes sich bewegende Fahrzeug scharf ins Auge genommen. Ich sas einfach ruhig daneben und hab gewartet (wir hatten ja noch nicht bezahlt, also werden sie uns sicher nicht vergessen).
Dann ging es zwei Stunden Fahrt heraus aus Sydney. Hunter Valley ist ein schönes, grünes Fleckschen Erde mit schicken, beschaulichen kleinen Orten, echtes Vorstadt Feeling. Unser erster Stop war auch sogleich ein Winzer. Also rein in das Häuschen und ran an den Tresen. Da warteten auch schon Gläser und Weinliste auf uns. Und alsbald goss der Winzer uns das erste Gläschen ein und fing an Konvertion zu betreiben. Als ersten kamen die Sektsorten an die Reihe, danach trockene Weißweine, mehrere Rotweine, süße Weißweine und zum Abschluss noch einige Dessertweine. Oh mein Gott, ich hab noch nie so viel Wein getrunken, das waren 12 Sorten oder mehr und das schon vor dem Mittag essen.
Wie man es auf jeden Fall nicht machen sollte: Von jeder Sorte probieren und dann noch ausgiebig mit mehreren Schlucken, kein Wasser zwischen durch trinken und auch nichts essen. Wäre ich so vorgegangen, hätte mich Jens gleich nach der ersten Probe in den Bus zurück tragen können!!!
Ich bin zum Glück zaghafter an die Sache ran gegangen obwohl ich am Anfang noch den Willen hatte jeden Wein wenigstens einmal zu probieren um meine Ahnungslosigkeit zu beseitigen. Dementsprechend hatte ich danach auch ein leichtes Drehgefühl.
Aber die Weine waren spitze. Da war etwa dieser Rose Sekt mit einem Hauch von Rosen Geschmack, einfach göttlich. Ich habe so von dem Sekt geschwärmt, dass Jens mir heimlich eine Flasche davon gekauft hat. Ist das nicht süß?
Danach ging es direkt zum nächsten Weingut, gleich um die Ecke und es war gerade immer noch vormittags!!! Dieses Weingut war einfach traumhaft, wie eine spanische Finka, von Weinreben umgeben und bei schönsten, heißen Sonnenschein. Unsere Gruppe nahm auf der Veranda zur Kostprobe Platz. Der Winzer gab es uns eine Menge Information rund um den Wein: Herstellung, Lagerung, Verzehr und die anhaltende Diskussion Korken oder Schraubverschluss. Ich bin für Korken, wenn ich ein passendes IKEA Werkzeug bei mir habe.
Am besten schmeckte uns hier der rote Dessertwein, der in Verbindung mit einem Stück Schokoladenkuchen wie Schwarzwälder Kirchtorte schmeckte, so lecker.
Danach ging es endlich auch einmal zum Mittagessen!!! Sprich die anderen besuchten ein Restaurant, während Jens und ich uns auf dem Minigolf Platz vergnügten und unsere mitgebrachten Stullen aßen. Und schon ging es zur dritten Weinverkostung. (eine Weintour ist echt keine leichtes Vergnügen, es erfordert vollste Konzentration) Zum Abschluss kauften wir zwei uns noch zwei Dessertweine (ich steh nun mal einfach auf süßes). Nach einem kleinen Zwischenstop im Käsegeschäft ging es wieder zurück in die Stadt. Bis zum nächsten Tag wollte ich dann auch nichts mehr von Wein wissen.


• Blue Mountains und wandern im Regenwald
• im Kino für 17$ pro Person !!!

Freitag, 5. März 2010

Zeit

Es ist Donnerstagabend und endlich kann ich mir mal wieder ein wenig Zeit zum schreiben nehmen. Die Tage verfliegen hier nur so. Am Morgen wird als erstes nach dem aufstehen mit Schatzi telefoniert. Nach einem schnellen Frühstück mach ich mich meistens auf den Weg zum Campus. Es gibt immer irgendwas zu erledigen.
Das eine mal war ich in meiner Bank und hab mit der Dame rumdiskutiert, dass ich doch gerne eine Kredit Karte hätte. Gestern hab ich den Vormittag in der Library verbracht und ein Kapitel meines Text Book gelesen. Heute war ich im Learning Center und hab mir erklären lassen, wie hier zu Lande ein Report auszusehen hat. Und falls es mal gar nichts zutun gibt, verbring ich meine Zeit im Sport Center aufm Fahrrad und lese Klatschmagazine.
Für diese Woche hab ich die Uni geschafft, sprich alle Vorlesungen liegen hinter mir. Heute Morgen hab ich mal noch schnell einen Kurs gewechselt. Mein Stundenplan sieht also wie folgt aus:

Montag: Supply Chain Management
Dienstag: frei
Mittwoch: Photographic Practice I, Business Process Management
Donnerstag: Quality Management
Freitag: frei

Das klingt sicherlich nach entspanntem Studium, aber leider ist es das nicht. Um das Semester zu bestehen muss ich 6 Hausarbeiten schreiben, einen Test bestehen, regelmäßige Hausaufgaben erledigen und 3 fette Text Books lesen. Irgendwie bin ich jetzt doch mehr ins Studium eingebunden, als ich mir das vorher vorgestellt habe, aber der Lerneffekt ist echt groß. Heute hab ich im Kurs soviel mitgeschrieben wie noch nie zuvor und alles in Englisch. Ich hab sogar schon angefangen in Englisch zu denken und träumen, fand ich irgendwie erschreckend. Mit jedem neuen Wort Englisch wird mein Deutsch immer schlimmer.
Dieses Wochenende werd ich wohl mit der Uni in meinem Zimmer verbringen. Ich möchte mich an meine erste Hausarbeit heranarbeiten, das heißt viel recherchieren und lesen.
Dafür war das letzte Wochenende aber sehr ereignisreich:


Mission deutsches Brot Part 2

Nach der Planung ging es auf in den Supermarkt. Ich war überrascht, dass ich relativ schnell alles fand was ich brauchte. Es gab leider nur Weizenmehl, dass aber auch in allen Größen und Variationen. Hefe stand wie erhofft bei den Backartikeln, allerdings war auf der Packung kein Vermerk wie viel ich für eine Portion nehmen sollte, also einfach ausprobieren. Zurück in der häuslichen Küche fehlte es an allerlei Backutensilien. Da hab ich bei Nachbars gekloppt und den halben Kücheninventar ausgeliehen: Schüssel, Messbecher, Mixer,... .
Als nächstes wurden alle Zutaten zusammen gemischt (ist der Teig nicht ein wenig zu flüssig?) und noch einige angebratene Zwiebeln hineingeben. Danach kam alles zusammen in den Backofen und eine Stunde warten.
Ergebnis: Ja, es ist ein Brot geworden und es ähnelt dem deutschen wesentlich mehr als dem neuseeländischen. Allerdings ist es nach dem ersten hochgehen zusammengefallen (beim nächsten Mal doch weniger Wasser verwenden). Es schmeckt aber lecker.
*freu* ich habe endlich essbares Brot!!!


Die Insel

Waiheke_III

Ich hatte einfach genug vom Campus und der Stadt, ich muss hier raus. Wo ist denn nur die Natur? Meine Flucht aus der Stadt Richtung Meer. Vor Auckland liegen mehreren Inseln, da gibt es die Rangitoto Island mit dem jüngsten Vulkan Aucklands, die bewohnte Waiheke Island, die weiter entfernte, größere Great Barrier Island und einige weitere. Ich hab mich für die Waiheke Island entschieden, also ab zum Fährhafen.

auf der Fähre zu Waiheke Island noch einen kleinen Snack, frisches Sushi
Die Fahrt zur Insel war alleine schon traumhaft. Hinter mir lag die Skyline von Auckland. Vor mir lag das, von der strahlenden Sonne, glitzernde Wasser. Wir passierten mehrere kleine, grüne Inseln bevor wir an die Anlegestelle von Waiheke kamen. Mit dem Bus ging es weiter, einmal quer über die Insel. Immer wieder tauchte rechts und links vom Bus das türkisblaue Meer auf. Das besondere an der Insel sind die, an den sonnigen Berghängen wachsenden, Weinreben. Waiheke Island ist Aucklands Weinfabrik. Zum Wein kosten war ich aber nicht gekommen, ich hatte mir die größte Bucht der Insel zum Ziel gemacht und das war auch die richtige Entscheidung. Der Strand war an die zwei, drei Kilometer lang. Feinsten, warmen Sand konnte man unter den nackten Füßen spüren. Die Möwen plantschten in den ankommenden Wellen und einige wenige Leute spazierten den Strand entlang. Ich ging in meinem neuen, wehenden Kleid am Wasser entlang und betrachtete die Muscheln.
Waiheke_IV
Noch nie habe ich eine so große Variation von Muscheln an einem Ort gesehen. Es waren große und noch komplette Muscheln in allen Formen und Farben. Ich konnte mich kaum zurück halten sie alle einzusammeln.
Als ich am Strand saß und die Sonne genoss, traf ich Bob. Bob war ein Reisender und ein Mensch mit einem besonderen Blick für das Schöne. Ständig schaute er auf den Boden und überall herum, nur nicht nach vorne. Alle paar Schritte blieb er stehen und fotografierte Muscheln und was er sonst noch fand. Er erzählte mir, dass er ewig einen Baum anschauen könnte, nur weil er schön ist. So berichtete Bob mir von seinen Erlebnissen auf seiner Reise durch Neuseeland. Und wir waren schwimmen.
Waiheke_V
Ich wollte eigentlich nur den Meeresboden betrachten, aber die Wellen hatten anders mit mir vor und wenn ich schon einmal nass war, konnte ich auch gleich schwimmen gehen. Das Wasser hier ist sehr angenehm zu dieser Jahreszeit und nicht wirklich kalt.
Ich bin den gesamten Strand einmal abgelaufen und wieder zurück. Dann gab es noch ein leckeres, kühlendes Eis bevor ich die Insel weiter mit dem Bus erkundet habe. Es ist wirklich ein schönes Fleckchen Erde, aber dann und wann wäre er mir doch zu klein.


Die hundert Sprachen

Am darauf folgenden Tag wollte ich mal wieder in Gesellschaft verbringen. Also hab ich meine mexikanischen Freunde, die mittlerweile auch im Village wohnen, besucht. Bei Naomi gab es gemeinsames Frühstück, Haferflockenbrei (schmeckt besser als es klingt). Danach ging es zusammen mit Georg ins Sport Center. Naomi trainiert für den Duathon, der in einiger Zeit hier stattfindet, erst rennen, dann Fahrrad fahren und anschließend wieder rennen. Sie geht jeden morgen 6.30!!! trainieren. So motiviert bin ich dann doch nicht, obwohl ich es diese Woche schon auf drei mal trainieren und zwei Yoga Kurse gebracht habe.
Eigentlich hatten wir uns für den Tag vorgenommen zur Mission Bay zu fahren, aber bis dahin sollten wir nie kommen. Mexikaner haben eine absolut andere Lebensauffassung als Deutsche. Alles immer schön ruhig und gechillt angehen. Sie machen nie richtige Pläne, lasst uns einfach mal abwarten was passiert und wo es uns hinführt. Mich macht das absolut wahnsinnig!!!
Hab ich mir erstmal ein Ziel gesetzt, dann weiß ich auch wie ich dahin komme und mach mich auch als bald auf den Weg, aber mit Naomi und Georg im Schlepptau ist das nicht möglich. Wir sind erst gegen 17 Uhr los gekommen und zur Bushaltestelle gegangen. Klar das, dass nicht mehr die richtige Zeit für den Strand ist. Stattdessen haben wir Downtown unsicher gemacht. Wir sind in ein Kaufhaus und Naomi und ich haben den schönsten Ort Aucklands gefunden: eine Ramschkiste voll preiswerter Schuhe. Ich weiß nicht wie lange wir in dieser Kiste gewühlt haben und einen Schuh nach dem anderen hervorzogen (zwei gleich Schuhe zu finden, war fast unmöglich). Zum Schluss hatten wir beide je zwei paar Schuhe und ja, ich brauche diese Schuhe!!!
arabisches Essen zusammen mit arabischen Freunden
Später trafen wir Freunde und sind Essen gegangen. In Skycity (einem Kauf- und Esstempel) haben wir arabisch gegessen. In unserer Begleitung waren nun auch zwei arabische Jungs und eine Koreanerin. Für mich gab es Falafel mit Humus und arabischen Brot. Auf den ersten Geschmack sehr fremdartig, aber danach nur noch lecker. Beim Essen haben wir sechs angefangen unsere kulturellen Hintergründe zu vergleichen und die verschiedenen Sprachen untersucht. Unsere Runde konnte immerhin acht Sprachen sprechen (Englisch, Arabisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Koreanisch, Deutsch und Russisch). So haben wir uns gegenseitig Wörter vorgesprochen. Ich habe Georg die deutschen Zahlen beigebracht (fünf ging am schwierigsten) und dafür hat mir Naomi die spanischen, französischen und italienischen Zahlen eingetrichtert.
gemeinsamer Abend mit Freunden
Später sind wir in Restaurant direkt am Hafen gegangen und ich habe endlich ein gutes Bier bekommen. Nein, es war nicht neuseeländische, es war niederländisch (Heineken). Die Kunst des Bierbrauens scheint auf dem Weg übers Meer viel verloren zu haben.


Das Neujahresfest


das Eingangstor als riesige Laterne

Am letzten Tag meines Wochenendes habe ich mich alleine!!! (diesmal ohne mexikanischen Anhang, denn ich wollte mein Ziel wirklich erreichen) auf den Weg zur Mission Bay gemacht. Ich wollte mir das hiesige Aquarium anschauen. Dafür ging es mal wieder mit dem Bus in die Stadt und dann weiter mit dem Shuttle Bus vom Aquarium. Im Radio des Busses erfuhr ich dann erst einmal die Neuigkeiten des Tages. Für den Pazifischen Ozean lag eine Tsunami Warnung vor, welche ebenfalls für Auckland ausgesprochen wurde. Da saß ich als im Bus, wir fuhren entlang am schönen, glitzernden Meer und ich fragte mich, warum ich ausgerechnet an diesem Tag ins Aquarium musste. Da wird einem erstmal klar was es heißt auf einer Insel zu leben.
ein Blick in die neuseeländische Unterwasserwelt
Das Aquarium (eigentlich ein animal adventure) bestand aus zwei Teilen: einer Eisanlage für Pinguine und einem großen Unterwassertunnel. Pinguine sind in Neuseeland in freier Wildbahn anzutreffen (obwohl ich da sicher keinen finden werde). Im Tunnel war die Unterwasserwelt Neuseelands zu bestaunen: kleine Haie, Rochen und andere Fischarten. Ich hätte Stunden in diesem Tunnel zubringen können. Fische finde ich einfach faszinierend und wenn so ein Rochen über deinen Kopf hinweg fliegt ist einmalig. Sehr beeindruckend waren aber auch die riesigen Hummer, welche sich in einem anderen Becken vergnügten.
Nach meinem tierischen neuen Eindrücken bin ich zurück in die Stadt gefahren und habe mich mit Naomi und Georg im Albert Park getroffen. An diesem Wochenende fand das asiatische Neujahrsfest statt. Zu diesem Anlass wird jedes Jahr in Auckland ein großes Festival veranstaltet, das Laternen Festival. Im gesamten Park waren große Laternen aus Stoff in jeder erdenklichen Form aufgestellt, die in der Nacht eine wahnsinnige Ausstrahlung haben.

Naomi und ich auf dem chinesischen Neujahrsfest

Bis zum Einbruch der Dunkelheit bestaunten wir aber erst einmal alles andere. Besonders angezogen wurden wir von den Essensständen. Eine ganze Straße voll asiatischer Gerichte und Sonderbarkeiten, da gab es chinesisch, japanisch, thailändisch, koreanisch, malaysisch,… Wir drei sind von Stand zu Stand gewandert, haben auf jeden Grill und in jeden Topf geschaut, ständig gefragt was das sei und einiges probiert. Ich habe vegetarischen Hot Dog am Stiel gegessen!!! Vieles gab es, was ich jetzt nicht mehr benennen kann uns zum Nachtisch Küchlein mit Bohnenmusfüllung (bitte nicht fragen ob das geschmeckt hat).
Laternenfestival_III
In der Nacht bestaunten wir dann die vielen und aber vielen Laternen. Die gesamte Tier- und Pflanzenwelt wurde als Laterne dargestellt. In jedem Baum hingen Laternen und selbst ich bin mit einer kleinen, asiatischen Papierlaterne herumgelaufen. Es war ein Fest aus Farben und Licht. Wir lagen auf der Wiese und lauschten der asiatische Musik, welche auf traditionellen Instrumenten gespielt wurde. Es war eine absolut unvergessliche Nacht und zum Abschluss gab es noch ein Feuerwerk.

Dienstag, 23. Februar 2010

Erster Uni Tag

Nach eine halben Woche Eingewöhnungszeit sollte es jetzt auch mal in die Uni gehen. Dafür brauchte ich aber erst einmal Unterlagen. Bei uns zuhause gibt es Skripte, die von den Professoren herausgegeben werden und Bücher, falls man möchte, zur Vertiefung. Hier läuft das leider etwas anderes. Zu jedem Kurs wird vom Dozent ein Text Book angegeben. Plichtliteratur, die man sich entsprechen besorgen muss (heißt kaufen, wenn man nicht gerade in illegalen Gewerben unterwegs ist). Ich habe hier vier Kurse belegt, wie der Durchschnitt auch. Heißt also vier Text Books sind von Nöten. Eines Kostet ungefähr 100 NZ$ (etwas über 50€). Wir internationalen Studenten haben uns bei diesen hörenden Preisen ganz schön umgeschaut. Ich habe mir bisher nur ein Buch gekauft, bei allen auf einmal wäre ich glaube an der Kasse in Ohnmacht gefallen.
Dann gings auf zum ersten Kurs: Supply Chain Management. Erst einmal saß ich im falschen Raum. Und nein, ich bin sehr wohl in der Lage die Zahlen über den Türen zu lesen. Die haben einfach mal kurzerhand den Raum gewechselt. Da saß ich nun ganz verschüchtert zwischen all den vielen fremden Leuten und wunderte mich, was die für Bücher auspacken (hatte ich etwa gerade für 90 NZ$ das falsche Buch gekauft!?). Der Mann der vor uns auf und ab ging, hatte plötzlich auch einen anderen Namen. Also fragte ich mal nach und wurde von dem liebenswürdigen Dozenten in den richtigen Raum geführt. Ich kam also eine viertle Stunde zu spät zu meiner ersten Stunde.
Im richtigen Raum gings dann los mit Vorstellrunde. Wir sind im Kurs 12 Leute, absolut international gehalten (keiner stammt aus Neuseeland). Unser Lehrer Jamie ist voll in Ordnung. Die Kurse hier kommen nicht wie eine Vorlesung rüber, es ist eher wie eine offene Gesprächsrunde. Der Lehrer berichtet Fakten und bezieht die Studenten ein, fragt nach ihren Meinungen und Erfahrungen.
Es war sehr interessant. Jamie hat uns die Besonderheiten der neuseeländischen Geschäftswelt vorgeführt:
80% Prozent der neuseeländischen Unternehmen besitzen höchstens 20 Mitarbeiter und sind größtenteils Dienstleistungsunternehmen. Der nächste Absatzmarkt (Australien) ist 3000km entfernt. Abgenutzte Produkte werden zurück an China gesendet, da Neuseeland nicht einmal die Möglichkeit diese im Land zu verwerten und zu recyceln. …
Ich geb auch zu, dass ich beim besten Willen nicht alles verstanden habe. Ab und an musst ich mir mit viel Fantasie zu Recht reimen, was er mir gerade mitteilen möchte. Ich hab ihn die ganze Zeit hochkonzentriert mit großen Augen angestarrt um mitzukommen. Am schwierigsten ist es aber, die anderen Studenten mit ihren sehr unterschiedlichen Akzenten zu verstehen.


Mission deutsches Brot

Ich habe ja schon erwähnt, das es in Neuseeland nur eine Sorte Brot gibt (labbriges Toastbrot) und mit diesem möchte ich einfach nicht die nächsten 5 Monate zubringen. Daher her starte ich die Mission deutsches Brot. Da ich kein ordentliches Brot kaufen kann und mir auch keines schicken lassen kann muss ich mir halt selber welche zubereiten!!!

1. Phase: Das Rezept
Für Brot sind gar nicht soviele Bestandteile von Nöten: verschiedene Sorten Mehl (kann man auch sehr gut für Eierkuchen weiterverwenden), Wasser (kommt aus jedem beliebigen Wasserhahn), Hefe (bitte lieber Gott, lass die Neuseeländer Hefe im Supermarkt haben), Salz und Zucker (bereits vorhanden).
Man mische alles gut zusammen (wie ist noch fragwürdig), stecke den Teig in eine Backform (Auflaufform aus Glas tut es genauso) und schiebe es in den Herd.

2. Phase: Zutaten besorgen
Zu meinem Glück fehlt mir ja nur noch Mehl und Hefe, dass im hiesigen Supermarkt zu besorgen ist. Also einmal feste Daumen drücken, dass ich alles finde.

3. Phase: Backen
Dem sollte an sich nichts im Wege stehen, aber man weiß ja nie.

4. Phase: genießen
Oh ja, Brot, Brot, echtes, richtiges Brot!!!


Freizeitbeschäftigung

Ich hatte heute frei, Uni steht erst morgen wieder auf dem Programm. Für diesen Tag hatte ich mir sooo viel vorgenommen und bin doch zu nichts gekommen. Den Vormittag hab ich komplett mit telefonieren verbracht, erst mit Schatzi, deine meine lieben Elis, dann wieder Schatzi und dann ein Konferenzgespräch mit meinen guten Freunden Pierre und Sophie. Ich dachte schon, ich müsste vorm Laptop verhungern.
Dann hatte ich mir heute zur Aufgabe gemacht, das Sportcenter zu erkunden. Da ich im Village wohne ist das Sportcenter mit allen Kursen für mich kostenlos, also brav hingelaufen und angemeldet. Und ich kann sagen, es ist einfach cool. Der Fitnessraum hat die modernsten Geräte, es gibt Peronaltrainer und der Kursraum besitzt eine Glasfront, durch die man auf den Campus blicken kann. Ich hab dann gleich mal am Yoga Kurs teilgenommen. Das erstemal das ich Yoga gemacht habe und ich liebe es. Yoga ist eine Mischung aus Pilates, Rückgymnastik, Entspannungsübungen und aberwitzigen Verrenkungen. Danach fühlt man sich einfach super.
Der Abend ist dann noch ziemlich lustig verlaufen. Ich war im Nachbarapartment bei Margaux und Rowan und wir haben einen Mädchenabend veranstaltet. Fünf Mädchen die sich selbst und gegenseitig die Nägel machen, heißt also Pfeilen, über Farben diskutieren, Nägel anmalen und auswerten und das ganze für Hände und Füße. Ihr Mitbewohner David hat äußerst schnell und mit Bier bewaffnet das Haus verlassen. Ich laufe jetzt also mit glänzend, glitzernden Händen und lila Fußnägeln herum. Morgen wollen wir Mädels unsere neue Pracht in der Stadt beim Clubbing ausführen.

Sonntag, 21. Februar 2010

Der Abend

Unsere Bude wird nun voll. Heute kamen die letzten zwei Mädchen in unser Apartment. Da wäre zum einen Rachel (Tahiti). Sie hat soviele Sachen mitgebracht, das man denken könnte, sie braucht das Apartment für sich alleine. So viel Essen, sie hat glaube 3 Tüten Zucker!!! In der Küche wird es echt langsam eng. Der Kühlschrank quillt schon über, dabei hab ich nur das notwendigste gekauft.
Das andere Mädchen ist Melisa (Neuseeland). Sie kam mit ihrem Vater und zwei Schwestern, daher wusste ich erst gar nicht welche von den Mädchen nun hier bleibt. Kommt Anna heute Abend noch zurück sind wir 5 Mädchen in einem Apartment mit nur einem Badezimmer!!! Ich bin echt gespannt, wie das funktionieren soll. Ich bin echt froh, dass ich gerade in das Apartment gekommen bin. Unten bei den Jungs sieht es einfach nur eklig aus. Ansonsten ist das Wohnheim voll ok. In meinem Eingang lassen alle ihre Haustüren offen stehen, man kann in jede Wohnung laufen und trifft immer jemanden zum quatschen.
Gegen Abend, wenn es kühler wird, spielen die Jungs Fußball vor dem Haus und die Mädels sitzen auf der Treppe und unterhalten sich. Später gibt’s dann meistens noch Getränke dazu (welche kann sich jetzt jeder selbst überlegen).

Studium

Morgen beginnt mein erster Kurs an der Unitec: Supply Chain Management. Darauf wollte ich mich auch ganz vorbildlich vorbereiten. Mittlerweile hab ich schon mal rausgefunden welches Text book ich brauche und bis morgen gleich mal das erste Kapitel lesen muss. Das war aber erst der Anfang. Das Fach hat es echt in sich. Es gibt zwar keine Prüfung am Ende des Semesters dafür darf ich im Semester zwei Hausarbeiten schreiben, eine als Gruppenarbeit und eine alleine.
Da war ja das Proseminar an der TU im letzten Semester ein echter Scheißdreck dagegen. Unsere Hausarbeiten hier sollen zum einen die doppelte Seitenanzahl besitzen, werden in wesentlich kürzerer Zeit angefertigt und das ganze dann auch noch in Englisch. Kann ma bitte jemanden den deutschen Studenten sagen, dass sie den Himmel auf Erden haben: keine Anwesenheitspflicht, kaum Arbeit im Semester und dann so ne poplige Prüfung am Ende.
Und ich hab mir Sorgen gemacht, dass ich in der Vorlesung nicht mitkomme, da die erst Abends ist und dann auch gleich 3 Stunden am Stück. Ich hoffe nur mal, dass meine anderen 3 Kurse nicht auch so umfangreich sind. Nebenbei muss ich mich auch noch auf die Prüfungen in Deutschland vorbereiten. Und jetzt sagt nochmal jemand ich mache hier Urlaub.

Das Studiensystem in Neuseeland find ich aber trotzdem richtig Klasse. Hier gibt’s es viel mehr Möglichkeiten und Unterstützung als in Deutschland. An den Universitäten kann man nicht nur Degrees wie den Bachelor studieren, es gibt auch Diplomas (dauert 2 Jahre) und Certificates (1 Jahr). Meine Mitbewohnerin Nikita studiert hier für ein Jahr ein Certificate. Danach geht sie zurück nach Wellington studiert noch ein Jahr und dann ist sie auch schon auch schon fertig und kann arbeiten gehen, mit 20 Jahren. Das mach mal bitte einer in Deutschland.
Auch gibt es hier viel mehr Service Angebote, etwa das Learning Center (wo ich sicher Stammgast werde) . Dorthin kann man jederzeit gehen und nach Lernmethoden und alles rund ums Studium fragen. Wöchentlich werden Workshop zu allen möglichen Themen angeboten. Sie erklären einem sogar wie ein Taschenrechner funktioniert!!!

Exkursion über Neuseeland:
Neuseeland ist ein absolut fortschrittliches Land. Nur leider bekommt das kaum jemand außerhalb der Grenzen mit oder habt ihr schon mal groß was davon gehört:
Neuseeland war der erste Staat mit umfangreichen Sozialgesetzen
der erste Staat der Frauen ein uneingeschränktes Wahlrecht zugestand (1893)
der erste Atomfreie Staat (Schiffe mit Atomantrieb oder Atomwaffen an Bord dürfen nicht in einen neuseeländischen Hafen einlaufen. Das kam bei den Amis natürlich nicht gut an.)

Stromausfall!?

Gestern ist das unfassbare passiert. Wir hatten keinen Strom im Apartment. Ich hörte nur wie Lärm im Wohnzimmer aufkam und mehr Leute durch die Gegend liefen als hier eigentlich wohnen. Niki kam mir ganz aufgeregt entgegen „their is no energy“.
Keine Bange, es war kein wirklicher Stromausfall. Unser Stromkonto war einfach nur leer.
Neben unserer Wohnungstür befindet sich ein netter kleiner Zähler in den wir fleißig Stromeinheiten laden. Diese werden leider nach einigen Tagen aufgebraucht. Dann muss über SMS (weswegen ich alleine aufgeschmissen wäre, da mein Handy hier immer noch nicht funktioniert) eine Nummer angefordert werden und in den Zähler eingetippt werden.
Nach 5 Minuten gab es wieder Strom und Niki konnte glücklich ihr Abendessen weiter kochen.

Auckland City

Gestern haben Niki und ich unsere Erkundungstour durch Auckland City unternommen. Wir sind mit dem Bus in die Stadt gefahren. Zuerst haben wir die Art Gallery besichtigt, die leider nur aus zwei Ausstellungräumen besteht. Dafür sind wir gerade richtig zur Führung gekommen. Ich muss sagen, mir fällt es noch sehr schwer über längere Zeit jemanden auf Englisch zu folgen. Außerdem unterlag ich einem Hörfehler. Die Dame sprach meiner Meinung nach die ganze Zeit von „marry man“. Ich dachte schon wieso es so wichtig ist ob der Mann verheiratet war. Als das Wort ständig auftrat wurde mir klar, dass sie Maori meinte. Hier zulande werden die o´s einfach mal weggekürzt.
Danach ging es zur Hauptattraktion Aucklands, dem Skytower. Von dort oben hat meine eine Wahnsinns Aussicht auf den Hafen mit den vorgelagerten Insel und allen Stadtbezirken Aucklands. Überall im Boden war Glas eingelassen. Man stand also mitten zwischen Erde und Himmel. Ansonsten sind wir noch am Hafen entlang spaziert. Leider ist Auckland eine eher kulturfreie Stadt, weswegen ich schon total auf Wellington fixiert bin, aber leider muss ich auf diese Erkundung noch viele Wochen warten.

Samstag, 20. Februar 2010

...

Na toll, meine Mitbewohnerin Niki und andere aus dem Wohnheim waren gestern Nacht in der Stadt sich die Clubs anschauen und ich hab während dessen geschlafen. Irgendwie bin ich noch nicht in der richtigen Zeitzone angekommen. Bin ich tagsüber unterwegs, bin ich abends immer so kaputt, dass ich 21uhr schon ins Bett muss. Es wird wohl noch ein paar Tage dauern bis ich mit zum tanzen gehen kann.

Nicki und ich wollen gleich mit dem Bus in die Stadt und das obwohl die Sonne schon wieder so unerträglich scheint, aber ich bin einfach zu gespannt.

Der Morgen

Ich sitze gerade 7 Uhr morgens an meinem Schreibtisch und genieße den neuseeländischen Sonnenaufgang. Aus meinem Fenster blicke ich direkt auf unseren kleinen Dschungel, der zwischen meinem Wohnheim und dem Campus liegt.

Gestern war ein sehr ereignisreicher Tag. Die Andenken schmerzen immer noch, ich hab nämlich überall Sonnenbrand und das im Februar.
Aber mal von Anfang an: ich hab an der Auckland Bus Tour für internationale Studenten teilgenommen. Bevor die Fahrt aber los ging, wurden wir in den Marae geführt (das Haus der Maori), das ist ein wunderschönes, mit Schnitzereien verziertes Holzhaus, welches nur einen Raum besitzt. In der Maori Kultur ist es üblich, das zuerst die Frauen ein Haus betreten, aber dann in den hinteren Reihen sitzen. Da das Marae ein heiliger Ort für die Maori ist gelten besondere Regeln: es werden keine Schuhe getragen, es herrscht Ruhe und fotografieren ist leider nicht erlaubt.
So haben uns die Maori ihren Sprechgesang vorgeführt und versucht einige Worte ihrer Sprache beizubringen und mittanzen sollten wir auch noch. Es war also absolut faszinierend und lustig.

Nach einer kurzen Teatime (wobei es keinen Tee gibt!!!) ging es dann in unseren Bus. Ich hatte mich mittlerweile mit meiner Nachbarin Morgan (Frankreich) und Naomi (Mexiko) bekannt gemacht. Unser erster Stop war direkt in Auckland City am Hafen. Ich habe das erste mal das Wasser gesehen und es ist wunderschön, türkisgrün. Als nächstes ging es zum North Head. Meiner Meinung nach der schönste Platz auf Erden. Man hat einen kompletten Blick auf die Skyline mit dem Skytower von Auckland, die Umgebung und das Meer!!! einfach himmlisch. Wir haben dutzende Fotos gemacht und uns von unserem Busfahrer Duan die Geschichten der Umgebung erzählen lassen.
Danach ging es zum nächsten traumhaften Ort, der Mission Bay. Mit einem Eis bewaffnet (Mövenpick, einfach lecker) sind wir: Morgan, Naomi, Wiwi, Jeorge (Mexiko) an den Strand gelaufen und haben das Wasser getestet (für meinen Geschmack zu kalt, aber das würde ich zu allem kälter als ne Badewanne sagen). Zum Schluss ging es noch auf den Mount Eden zur nächsten Aussicht und schließlich zurück zur Unitec. Dort wartete schon ein BBQ auf uns (das erste von noch viiiielen). Mit vielen anderen internationalen Studenten saßen wir unter der Sonne (wo ich mir wohl einen Teil meines Sonnenbrandes eingefangen habe) haben gequatscht, Bier getrunken (schickt mir bitte jemand ein Sixpack Köstritzer!!!) und gegessen. Inzwischen hab ich auch noch Sally (Tahiti), Patrick (Korea) und viele andere kennengelernt. Zum krönenden Abschluss haben die Mexikaner mit unseren Staff´s und mir Salsa getanzt. Sowas kann man nur hier in Neuseeland erleben.

Die Reise und die Ankunft

Ich dachte immer nur die DB ist für ihre Verspätungen berühmt, aber im Flugverkehr scheint das kaum anders zu sein. Schon in Frankfurt hat es über eine Stunde länger gedauert bis wir endlich abgehoben sind und ich war doch so müde.

Nach dem Zwischenstop in Dubai ging es in die große Maschine A380-800. Das Flugzeug ist einfach super: totall schöne Einrichtungen, hohe Decken, mehr Platz, absolut bequeme Sitze und ein gutes Unterhaltungsprogramm. Die Flugzeit von 18 ½ Stunden hab ich kaum war genommen. Das einzige negative war, dass wir nicht direkt nach Auckland geflogen sind, sondern in Sydney noch eine Zwischenlandung gemacht haben. Also alle Leute noch einmal raus aus der Maschine zum nächsten Gate gehen und warten. Um so schön der A380 auch ist, umso schlecht sind die Flughäfen vorbereitet. Die Gates sind zu klein um alle Menschen zu fassen, viele mussten stehen, das Boarding dauert immer länger als geplant und der Abflug ist demnach auch immer zu spät.
Dadurch kam ich dann auch mit einer ordentlichen Verspätung in Auckland an. Mein Abholer hat schon geklaubt, sie hätten mich in Sydney zurück geschickt.
Wetter bei meiner Ankunft: warm, schwül und Regen (ich als Ilmenauer bezeichne das nur als Tröpfchen)
Jedenfalls ging es gleich auf den Campus und ins Wohnheim. Ich war ziemlich überrascht von meinem Appartment. Ich wohne in einem 5er Appartment im obersten Stock das Wohnheims. Es gibt ein großes Wohnzimmer mit Coach- und Essenecke und eine offene Küche. Mein Zimmer geht nach hinten raus Richtung Campus (nach vorne geht’s zum Innenhof und der Straße).
Kurz nach meiner Ankunft hab ich auch schon meine erste Mitbewohnerin kennen gelernt. Anna ist eine Neuseeländerin und sehr nett. Sie ist mit ihrer Mutter zum Einzug angereist. Ihre Mutti war auch so nett und hat mich mit zum Abendessen eingeladen (Pizza von Domino´s) und mir den Supermarkt gezeigt. Die nächste Mitbewohnerin kam zwei Tage später an. Nikita stammt aus Wellington, der Hauptstadt Neuseelands. Sie kam ebenfalls mit ihrer Mutter und wieder einmal wurde ich gleich mit einbezogen und zum Eis essen mitgenommen. Hier sind alle Leute einfach total nett, egal ob Neuseeländer, Maori und sonst eine Nationalität.

Am Mittwoch war Orientation Day für die internationalen Studenten. Zuerst wurde für vom Direktor und anderen Unimitarbeitern willkommen geheißen und mit Maoritänzen vertraut gemacht. Bei der Teatime (ein großes Buffet) habe ich weitere Deutsche getroffen, aber ich möchte mich hier nicht so sehr mit meinen Mitbürgern beschäftigen. Später wollte ich mir meine ID-Card (Studentenausweis) besorgen, aber das war gar nicht so einfach, denn auch in Neuseeland herrscht die Bürokratie. Meinen Stundenplan bekam ich auch bald in die Hand gedrückt. Meinen ersten Kurs habe ich Montag Abend 17.30 bis 20.30 Uhr und Dienstag und Freitag bin ich Vorlesungsfrei.

Noch ein Wort zum Essen in Neuseeland. Ich hab den Supermarkt bei uns (25min entfernt)genauestens studiert. Das schlimmste zuerst: es gibt kein anständiges Brot, nur dieses labbrige, weiche Toastbrot, aber das dann auch in hundert Varianten. Mit dem Rest kann ich schon leben auch wenn die Käseauswahl sehr gering ist, es gibt etwa keinen Kräuterkäse. Die Lebensmittel kosten hier übrigens genauso viel wie bei uns.

Samstag, 13. Februar 2010

Der Abschied

Die Wochen des Semesters flogen schnell dahin und mein Abflug rückte immer näher. Inzwischen ist auch das Visum ins Haus geflattert und sogar ein Untermieter für mein schönes Zimmer hat sich gefunden. Meine Unterkunft in Auckland steht ebenfalls schon fest, es wird ein 5 Mann Apartment mit nur einem Badezimmer :(.

Da blieben nur noch drei Aufgaben über: Zimmer ausräumen, Koffer packen und sich verabschieden

1. Zimmer aufräumen.
Ahhh, wo kommt denn das ganze Zeug her und wo soll es denn nur hin?
In den letzten zwei ½ Jahren habe ich mein Zimmer mit allerlei schönen und überflüssigen Dingen gefüllt und die müssen jetzt alle raus!!! Zum Glück habe ich einen netten Untermieter gefunden und die Einrichtung konnte da bleiben, aber der ganze Kleinkram!? Da heißt es Kisten besorgen und in einer Ecke anfangen. Zum Schluss wurden es 9 Kartons, etliche Tüten und noch viel mehr Kram der unterm Bett eingelagert wurde.

2. Koffer packen
Ganz großer Tipp: Sich vor dem packen nicht nur überlegen was mitkommen soll, sondern auch, wo es verstaut wird!!! Ich hab das nämlich so gemacht: Erstmal werden Koffer und Reisetasche (ich darf zum Glück 30kg mitnehmen) bis oben hin mit Klamotten voll gestopft. Dann schaute ich auf den restlichen eingeplanten Berg an Kosmetika, Technik & Co. und packte alles wieder aus.

3. Verabschieden
Ein Auslandssemester zu planen und organisieren dauert seine Zeit und kostet einige Nerven, aber das schwerste von allem ist das sich verabschieden.
Das letzte Wochenende war ich noch einmal in der Heimat, um mich von Familie und Freunden zu verabschieden. Es war schön noch einmal die guten, „alten“ Freunde zu sehen, aber tausendfach schwer sich von den Großeltern zu verabschieden. Für sie sind die 5 Monate eine halbe Ewigkeit.
Abschiedabend_I1
Umso angenehmer war das Tschüss-sagen in Ilmenau. Gestern Abend habe ich noch einmal, in alter Tradition, in den P-Clubraum eingeladen. Wir saßen in gemütlicher Runde beisammen, haben Wein geschlürft, Häppchen genascht und Geschichten ausgetauscht.


Abschiedsabend_II1




Es gab sogar die ein oder andere Überraschung für mich. Ach wie schön war das, danke euch allen, ihr werdet mir so sehr fehlen.

Die Zeit ist nun viel zu schnell verfolgen. Morgen bricht schon der Valentinstag an und damit der Tag meiner Abreise. Aufgeregt bin ich im Moment gar nicht mehr, es gibt nichts mehr zu erledigen und ich warte nur noch geduldig auf die Ankunft.
Also winterliches Deutschland ade, wir sehen uns erst in 5 Monaten wieder.

Dienstag, 19. Januar 2010

Der Anfang

Heute ist die Geburt meines ersten Blogs.
Der Grund dafür ist einfach. In genau vier Wochen steige ich in ein Flugzeug, das mich ans andere Ende der Welt bringen wird. Alleine für diese Reise benötige ich anderhalb Tage.
Mein Weg führt mich nach Neuseeland, genauer gesagt nach Auckland, wo ich ab dem 16. Februar 2010 die nächsten fünf Monate leben, studieren und die Welt neu erleben werde.

Der Weg dahin war lang und schwierig. Die Anmeldung im November ging einfach als gedacht und die Zusage kam auch überraschend schnell. Doch alles danach wurde zäh.
Die Bürokratie hat zugeschlagen, dutzende Formulare musste ich ausfüllen, erklären wer ich war und was ich wollte. Erst eben habe ich wieder mehrer Seiten ausgefüllt.

Der aktuelle Stand sieht so aus: Ich habe einen Studienplatz an der Unitec, der Flug ist gebucht (es gibt also kein Zurück), gerade eben wurde mir ein Zimmer im Wohnheim zugeteilt. Worauf ich jetzt noch sehnsüchtig warte, ist mein Visum.

Zimmer_1
Und was mit meinem geliebten Ilmenauer Zimmer geschehen soll steht in den Sternen. Hier einmal ein Bild als Erinnerung an mein Zimmer. (ja, ich kann sehr kitschig, emotional werden)

Also ganz fest Daumen drücken, dass mein Visum rechtzeitig fertig wird. Und ach, da gab es ja noch so etwas wie Prüfungen...

Sasumi auf Reisen

Heute hier, morgen dort!

Aktuelle Beiträge

Kopenhagen
Nach nur vier Monaten hat sich das Semester in Turku...
Sasumi - 9. Apr, 13:36
Bei mir ist es schon...
Bei mir ist es schon ein paar Jahre her, dass ich in...
Caro (Gast) - 25. Mär, 15:46
Lappland
Am Abend geht es in Turku los. Wir fahren mit dem Bus...
Sasumi - 14. Dez, 20:04
Weihnachtsmarkt
Leise rieselt der Schnee... In Turku ist es kalt geworden...
Sasumi - 14. Dez, 19:18
Mehr Oslo
In den nächsten Tagen besuchte ich einige Museen in...
Sasumi - 14. Dez, 18:50

Weitere Reiseblogs

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Status

Online seit 5842 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 9. Apr, 13:36

Credits


Essen
Finnland
Kultur
Schweden
Unterwegs
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren